Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede FAQs

1. Was sind geschlechtsspezifische Lohnunterschiede?

Was sind Lohnunterschiede?

Ein Lohnunterschied bedeutet, dass ein Arbeitnehmer mehr verdient als der andere. Lohnunterschiede, auch Gender Pay Gaps genannt, sind eine Realität. Sie sind nicht verboten, weder zwischen Männern und Frauen noch zwischen Angehörigen verschiedener Glaubensrichtungen und Hautfarben. Solche Unterschiede können sogar riesig sein. Lohnunterschiede bestehen häufig, wenn manche Arbeitnehmer mit mehr Berufserfahrung oder in hochqualifizierten Berufen mehr Geld verdienen als andere, die über wenig Bildung verfügen oder Berufsanfänger auf dem Arbeitsmarkt sind. Lohnunterschiede sind daher weit verbreitet. Aber sind sie gerecht?

Was ist Lohnungleichheit?

Wenn zwei Arbeitnehmer in einem Unternehmen die gleiche Arbeit mit demselben Qualifikationsniveau verrichten, aber nicht gleich bezahlt werden, spricht man von Lohnungleichheit. Solche Zustände sind illegal. Sie gelten als diskriminierend. Doch Lohnungleichheit gehört langsam zum Alltag. Man stelle sich als Beispiel eine Arbeitssituation vor, bei der der Manager den 'eloquenten jungen Mann' von Anfang an auf Gehaltsskala 2 setzt und das 'schüchterne Dame' auf Skala 0, obwohl sie genauso qualifiziert ist. Diese Einordnung in eine Lohnskala kann einen Arbeitnehmer über Jahre hinweg benachteiligen. Es ist schwer zu sagen, in welchem Ausmaß Lohnungleichheit existiert. Mehrere Untersuchungen sprechen von einer verbleibenden geschlechtsspezifischem Lohngefälle, das nicht wegdiskutieren lässt. Diese unerklärbaren Unterschiede sind ein Hinweis auf Lohndiskriminierung. Um die Dinge noch komplizierter zu machen: Solche Lohnunterschiede, die möglicherweise nachvollziehbare Gründe haben, können nichtsdestotrotz einen diskriminierenden Hintergrund haben. Es ist schwierig, den Finger in die Wunde zu legen.

Lohnungleichheit bei gleicher Arbeit kann innerhalb von Mitarbeiterteams oder Abteilungen, Unternehmen und Branchen vorkommen. Ähnliche Arbeit wird verglichen anhand der benötigten Qualifikationen für deren korrekte Ausübung. Daher sollten im Grunde Männer und Frauen, die ähnliche Tätigkeiten ausüben, gleichwertig entlohnt werden und den gleichen Stundenlohn erhalten. Dies bedeutet, dass die Art der Anstellung (unbefristete oder befristete Anstellung) oder die Dauer der Arbeitswoche (Vollzeit oder Teilzeit) nicht als Vorwand für ungleiche Bezahlung gelten kann.

Was ist Lohndiskriminierung?

Lohndiskriminierung liegt vor, wenn Arbeitnehmer mit der gleichen Ausbildung und Berufserfahrung ähnliche Tätigkeiten ausüben, aber unterschiedlich bezahlt werden. In den meisten Ländern der Welt ist Lohndiskriminierung aus folgenden Gründen verboten:

  • Geschlecht und sexuelle Orientierung
  • Nationalität
  • Alter
  • Familienstand
  • Ethnische Herkunft
  • Herkunftsland
  • Rasse
  • Religionszugehörigkeit

Ist es gerecht, wenn Männer mehr verdienen?

In vielen Ländern verdienen Frauen Stundenlöhne, die weit unter jenen ihrer männlichen Kollegen liegen. Diese Lohnunterschiede liegen zwischen 10 und 40 Prozent, wenn man die gesamte Erwerbsbevölkerung nach Geschlechtern vergleicht und Durchschnittswerte ermittelt. Formal werden diese Unterschiede erfasst. Aber sind sie gerecht? Nicht wirklich. In der Praxis haben Frauen wenig Zeit, um (viel) mehr zu verdienen. Sie haben meist mehr Arbeit zu verrichten als nur für Geld zu arbeiten, wenn man Verpflichtungen im Haushalt einbezieht. Und manchmal werden sie Opfer sexueller Belästigung durch Männer, mit beruflichen Konsequenzen, etwa der Aufgabe des Arbeitsplatzes aufgrund der damit verbundenen psychischen Belastung. Es gibt viele Gründe für die verschiedenen beruflichen Entscheidungen, die Frauen treffen. Sowohl Männer als auch Frauen halten diese unterschiedlichen Entscheidungen allerdings für durchaus normal. Doch die (langfristigen) Folgen ihrer Entscheidungen halten die Löhne von Frauen auf niedrigem Niveau.

Ist es gerecht, wenn Frauen mehr verdienen?

In ein paar Berufen in einigen Ländern kommt es vor, dass Frauen mehr verdienen als ihre männlichen Kollegen. Diese Frauen haben in der Regel die gleiche oder bessere Bildung, arbeiten in Vollzeit und haben es geschafft, ein gutes Gehalt auszuhandeln. Diese sehr selbstbewussten, modernen Frauen sind (meist) relativ jung. Sie bilden (noch) die Ausnahme. Es gibt kein einziges Land, in dem Frauen aller Altersgruppen systematisch Männer von Gehalt und Leistung her übertreffen.

2. Wie entstehen geschlechtsspezifische Lohnunterschiede?

Wie werden Lohnunterschiede verursacht?

Manche Lohnunterschiede entstehen, wenn einzelne Arbeitnehmer auf diskriminierende Weise entlohnt werden. Eine solche Diskriminierung kann aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion oder schlicht 'Gefühlen' vorliegen. Lohnunterschiede können jedoch auch Folge von zu lockerer Anwendung von Stellenbeschreibungen und Gehaltseinstufungen sein. Für die Feststellung von Lohnunterschieden ist es wichtig zu wissen, welche Stellenbeschreibungen für die Einstufung der spezifischen Tätigkeiten von Männern und Frauen in Gehaltsstufen verwendet wurden.

Was sind die grundlegenden Ursachen für große Lohnunterschiede?

Lohnunterschiede können zunehmen aufgrund einer Reihe von Entscheidungen, mit denen einzelne Menschen in ihrem Berufsleben konfrontiert sind und die sie treffen. Solche Entscheidungen betreffen:

  • Bildung
  • Beschäftigung, Beruf oder Handwerk
  • Branche
  • Großes oder kleines Unternehmen
  • Arbeit in Halbzeit oder in Vollzeit
  • Weiterbildung im Beruf

Männer und Frauen treffen üblicherweise unterschiedliche Entscheidungen – normalerweise beruhen diese eher auf dem Geschlecht als auf dem freien Willen. Man denke an die Wahl einer bestimmten Ausbildung, die sich leichter mit Familienplänen vereinbaren lässt. Oder ein Beruf, der neben einem anspruchsvollen Familienleben leichter ausgeübt werden kann, zum Beispiel ein Job mit flexibler Arbeitszeit oder in Teilzeit. Oder ein Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe, für gewöhnlich in einem klein(er)en Unternehmen, da es mehr kleine und mittelgroße Unternehmen und weniger große Konzerne gibt, wobei große Unternehmen in der Regel eine besser Bezahlung bieten.

Da Männer und Frauen ihre beruflichen Laufbahnen anhand geschlechtsspezifischer Kriterien wählen, verdienen solche maßgeblichen Entscheidungsmomente angesichts ihrer langfristigen Konsequenzen besondere Beachtung. Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede sind vor allem auf eine Mischung aus Bildung, Berufswahl und Branche zurückzuführen. Und man bedenke: Bei Teilzeitarbeit ist der Lohnunterschied pro Stunde nicht besonders gravierend, allerdings ist das Monatsgehalt entsprechend gering.

Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede nehmen mit dem Alter zu

Mit zunehmendem Alter werden die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede größer. Dahinter scheinen mehr Ursachen zu stecken als allein die (Wahl der) Ausbildung. Allgemein sind Frauen heute ebenso gut gebildet wie Männer, was vor zehn oder mehr Jahren noch anders war. Die Lohnunterschiede scheinen auch auf die beiden Ursachen zurückzugehen, dass Frauen häufig und für längere Zeiträume weniger arbeiten als Männer und dazu neigen, ihre Karriere zu unterbrechen. Männer dagegen arbeiten tendenziell mehr und versuchen, Berufspausen zu vermeiden. Eine solche ununterbrochene Berufserfahrung trägt zu höherem Einkommen bei.

Die großen Unterschiede entstehen, wenn Männer sich für eine längere Arbeitszeit entscheiden und gefördert werden, während Frauen ihre Arbeitszeit verkürzen und ihre berufliche Laufbahn nicht ausbauen. Diese Unterschiede werden noch vergrößert, wenn Frauen sich entscheiden, ihren Job zu kündigen, sobald ihre Ehemänner in Rente gehen. Wenn der Ehemann eine beträchtliche Rente bezieht, sollte dies kein Problem darstellen. Wenn das Paar sich allerdings scheiden lässt oder der Ehemann (vorzeitig) stirbt, droht diesen finanziell abhängigen Frauen ein dürftiges Existenzniveau oder Armut.

Lohnunterschiede können bereits beim Start ins Berufsleben vorliegen

Bereits bei ihrer allerersten Anstellung kann es sein, dass Männer und Frauen unterschiedlich entlohnt werden. Systemische Ursachen hierfür sind Bildung, Berufswahl, Beruf oder Handwerk und Branche. Doch auch Gehaltseinstufungen und Verhandlungstalent spielen eine Rolle. Während Männer häufiger Verhandlungen über Beförderungen und Gehalt führen, tun Frauen dies tendenziell seltener und weniger beharrlich. Wenn ein Gehalt vereinbart ist, kann dieses Startniveau noch jahrelang nachwirken. Jeder neue Arbeitgeber kann nach dem vorherigen fragen. Man ist nicht verpflichtet, hierauf zu antworten, normalerweise gibt man solche Informationen freimütig preis – und zementiert damit erneut den möglicherweise bereits existierenden Lohnunterschied.

Lohnunterschiede, Arbeitsbewertung und Arbeitswert

Arbeitsbewertung ist der systematische Vergleich von Arbeitsplätzen innerhalb eines Unternehmens und/oder einer Branche. Auf diese Weise werden Stellen Pflichten, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zugeschrieben. Diese Aspekte wiederum werden gewichtet und erhalten Punkte. Auf diese Weise wird eine ganze Hierarchie von Stellen geschaffen, bei der jede Stelle eine bestimmte Punktzahl wert ist. Anhand dieser Punkte oder Arbeitswerte werden Gehälter festgelegt. Moderne Arbeitsbewertungssysteme sind geschlechtsneutral, d.h. Qualifikationen von Männern werden nicht systematisch höher bewertet als Qualifikationen von Frauen – und umgekehrt. Eine Berufung auf nicht messbare 'Gefühle' ist als Grundlage für eine Beförderung oder Herabstufung nicht länger möglich.

Lohnunterschiede, Gehaltseinstufung und Sonderleistungen

Angesichts der gegenwärtigen Arbeitsbewertungssysteme scheint es einfach zu sein, Arbeitnehmer in Gehaltsstufen einzuordnen. Doch es kommt häufig vor, dass Frauen (ordnungsgemäß) entsprechend ihrer tatsächlichen Fähigkeiten eingestuft, Männer dagegen höher eingestuft werden. Männer erhalten häufig auch mehr Extras wie einen Leasingwagen, ein kostenloses Handy, Bonuszahlungen, etc. Solche Unterschiede werden häufig damit begründet, dass Frauen weniger Stunden arbeiten oder einfach nicht nach Extras gefragt haben. Auch wird oft automatisch angenommen, dass Frauen diese Sonderleistungen gegenüber Männern nicht brauchen, da Männer die Hauptverdiener der Familie sind (sogar in Fällen, wo dies nicht zutrifft). Solche nicht hinterfragten Annahmen und stille Resignation führen zu möglicherweise wachsenden geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden.

Da jede Gehaltseinstufung auch eine Möglichkeit für Verhandlungen bietet, scheint es logisch, dass die, die häufig ihren Job wechseln, am Ende höher auf der Gehaltsskala stehen.

Lohnunterschiede, großes oder kleines Unternehmen

Es ist nachvollziehbar, warum große Unternehmen - in der Regel - besser bezahlen. Dies trifft sicherlich auf multinationale Konzerne zu. Doch diese Regel gilt nicht automatisch auch für große Organisationen wie Regierungsbehörden, Schulen, Einzelhändler oder Krankenhäuser. Sie mögen zwar große sein, doch ihre Gehaltsniveaus sind nicht zu vergleichen mit dem privaten Sektor. Andererseits bieten sie oft flexiblere Regelungen zur Vereinbarung von Arbeit und Familie. Dies erklärt, warum verhältnismäßig mehr Frauen als Männer in den zuletzt genannten Branchen arbeiten (zum Beispiel Einzelhandel, Schulen und Krankenhäuser).

In kleineren Unternehmen sind die Löhne generell niedriger. Dieses geringere Lohnniveau wird allerdings in gewissem Maße kompensiert durch die relative Wohnortnähe zum Arbeitsplatz, wodurch lange Pendelzeiten verhindert werden, was für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie günstig ist. Diese Aspekte tragen in ihrer Gesamtheit zur statistischen Tatsache bei, dass Frauen im Durchschnitt schlechter bezahlt werden als Männer. Karriere zu machen ist in großen Konzernen leichter, und die Bezahlung ist besser, allerdings geht dies auf Kosten der Zeit für die Familie.

Lohnunterschiede und die Unterbrechung der Karriere

Im Beruf auszusetzen, wenn auch nur für wenige Jahre, geht auf Kosten des Gehalts und der Zukunftschancen. Ein paar Wochen sind kein Problem, aber ab ein paar Monaten wird es schwierig. Ein beruflicher Ausstieg für mehrere Jahre wird bestraft. Außerdem ist es mit zunehmender Dauer der Pause weniger wahrscheinlich, auf dem selben Gehaltsniveau wieder in den Beruf einzusteigen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Arbeitnehmer mit einer soliden Berufsausbildung anzuraten ist, weiter zu arbeiten und aus ihren Fähigkeiten und zunehmender Erfahrung Kapital zu schlagen.

Die berufliche Laufbahn zu unterbrechen kann außerdem negative Folgen für die Rentenleistungen haben.

Lohnunterschiede und Weiterbildung im Beruf

Die Gelegenheit auszunutzen, sich im Beruf weiterzubilden, kann profitabel sein und eine Erhöhung des Stundenlohns zur Folge haben. Manche Unternehmen verlangen eine berufliche Weiterbildung bezahlen diese. Andere Unternehmen genehmigen und fördern dies, bezahlen es aber nicht. Die gängige Praxis variiert je nach Land, Branche, Tarifvertrag und Unternehmen. Allgemein gilt die Regel: Weiterbildung ist gewinnbringend. Während allerdings Frauen in ihren besten Jahren ihre Arbeitszeit tendenziell reduzieren, entscheiden sich Männer auf dem Höhepunkt ihrer Leistung oft, mehr zu arbeiten und Karriere zu machen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Lohnunterschiede und Teilzeitarbeit

Dort, wo niedrige Löhne vorherrschen, scheint es unerheblich zu sein, ob Männer oder Frauen in Teilzeit oder Vollzeit arbeiten. Doch dort, wo Vollzeitarbeit üblicher ist oder mehr Arbeitsstunden zur Norm geworden sind, steigen die Stundenlöhne tendenziell an. Mit anderen Worten: Arbeiten in Teilzeit wirkt sich nicht nur nachteilig auf das monatliche Einkommen aus, sondern auch auf den Stundenlohn.

In Teilzeit zu arbeiten ist dennoch klüger als überhaupt keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Für alle möglichen Fälle (aus der Einkommensperspektive gesehen) ist Arbeiten sinnvoller als keiner bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Vollzeitarbeit ist noch sinnvoller, da zusätzliche Möglichkeiten wie ein Leasing-Auto oder berufliche Weiterbildung eröffnet. Andererseits kann Teilzeitarbeit zu einem entspannteren Leben beitragen.

Fazit: Wenn Stundenlöhne bei einem bestimmten Ausbildungsniveau relativ hoch sind, ist die Entscheidung für (langfristige) Teilzeitjobs nachvollziehbar.

Leitende Positionen und Lohnunterschiede

Nicht alle leitenden Positionen werden (viel) besser bezahlt. Schlimmer ist: In kleinen Unternehmen mit wenigen Führungsebenen bedeutet die Position des Geschäftsführers zwar eine höhere Geltung, aber nicht zwingend ein höheres Gehalt. Ein Supermarkt oder eine Schule zum Beispiel sind relativ flache Organisationen. Dies trifft auch bei Unternehmen zu, bei denen viele Frauen angestellt sind. Hier verdient das Management keine Riesengehälter. Demgegenüber bieten äußerst komplexe Unternehmen normalerweise (viel) mehr Karrierechancen. Die Gehaltsleiter zu erklimmen bedeutet, dass man sowohl sein Gehalt auf der Skala hinaufverhandeln kann als auch mit jeder Stufe seinen Stundenlohn erhöht.

3. Was tun gegen Lohnunterschiede?

Lohnunterschiede und Transparenz

Die Veröffentlichung von Löhnen und Gehältern nach Unternehmen oder innerhalb von Branchen macht es leichter, ungerechtfertigte Lohnunterschiede aufzuzeigen. Sein Gehalt bei WageIndicator zu überprüfen, ist sicherlich ebenso hilfreich wie Tarifverträge und gesetzliche Regelungen zur Lohngleichheit.

Wenn Zweifel aufkommen, dass Lohnunterschiede gerechtfertigt sind, ist es zunächst am sinnvollsten, sich mit Kollegen oder der Gewerkschaft zu beraten. Vor Gericht zu ziehen ist die allerletzte Option. Recherchieren Sie und lassen Sie sich zunächst beraten. Benutzen Sie Lohnspiegel.lu für Anfänger!

Lohnunterschiede und (soziales) Handeln

Wenn die Lohnunterschiede (zu) groß sind, können benachteiligte Arbeitnehmer, deren Angehörige, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Unternehmen, politische Parteien, Parlament und Regierung etwas dagegen tun.

Wenn Sie als Frau für die gleiche oder eine ähnliche Arbeit weniger verdienen als ein männlicher Kollege mit derselben Qualifikation, haben Sie das Recht, gerichtlich dagegen vorzugehen. Dies ist ein steiniger Weg, doch Sie können Unterstützung von der/den Gewerkschaft/en erhalten und WageIndicator konsultieren!

Was können Frauen gegen Lohnunterschiede tun?

Wenn Sie als Arbeitnehmerin entscheiden, dass ein hoher oder höherer Stundenlohn ab sofort und in Zukunft wichtig ist, können Sie folgendes in Betracht ziehen:

  1. Machen Sie Ihre Entscheidung für eine weitere Ausbildung davon abhängig, was heute und in Zukunft gefragt ist

  2. Wenn Sie eine Ausbildung beginnen, dann schließen Sie sie ab (holen Sie sich Ihr Zertifikat!)

  3. Wählen Sie eine Branche, in der eine gute Bezahlung üblich ist (beispielsweise bringt die Kunstbranche weniger als das Gesundheitswesen)

  4. Wählen Sie einen vielseitigen Beruf, eignen Sie sich Fähigkeiten mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten an

  5. Wählen Sie – wenn möglich – einen Partner, der Sie in Ihrem Wunsch, zu arbeiten, unterstützt

  6. Wählen Sie, falls Sie eine Familie gründen möchten, einen Partner, der Sie in Ihrem Wunsch, zu arbeiten und sich familiäre Pflichten zu teilen, unterstützt

  7. Arbeiten Sie in Teilzeit und hören Sie, wenn möglich, nie auf zu arbeiten

  8. Wählen Sie ein großes Unternehmen, das Möglichkeiten der Kindertagebetreuung bietet

  9. Wenn Sie Kinder haben, entscheiden Sie sich für einen Job in einem kleinen Unternehmen vor Ort, um ihre Fahrtzeit zu reduzieren und eine bessere Work-Life-Balance zu haben

  10. Handeln Sie bei jedem neuen Karierreschritt ein gutes Gehalt aus

  11. Reden Sie oft mit Ihrem Partner, Ihren Angehörigen und Kollegen über Ihre Karriere: Eine Karriere muss gepflegt werden (genau wie Partner, Kinder, Haus, etc.)

  12. Hören Sie nicht auf zu lernen und nutzen Sie berufliche Weiterbildungskurse und arbeitsbezogene Schulungen, da der Arbeitsmarkt sich immer schneller verändert

  13. Behalten Sie Ihre Rentenvorsorge und -Ansprüche im Auge.

Lohnunterschiede existieren und sind unvermeidbar, genau wie das Altern. Doch große Lohnunterschiede können zum Problem werden, nicht nur für Sie, sondern für die gesamte Gesellschaft. Staat, Wirtschaft, Frauen und Männer sollten sich dessen bewusst sein. Ein guter Ansatz wäre es, zu versuchen, so viel wie möglich für die Arbeit zu bekommen, die Sie ausüben, auch im finanziellen Sinn. Und natürlich steht vorher schon die Wahl der richtigen Ausbildung an, insbesondere im Hinblick auf die nachgefragten Jobs. Manche Jobs werden besser bezahlt und führen zu Sektoren und Branchen, die eine bessere Bezahlung bieten. Sie sollten auch aufmerksam gegenüber Lohnunterschieden sein, die ungerechtfertigt sind und auf diskriminierende Lohnungleichheiten hinweisen, die gesetzlich verboten sind.

Wie kann man als Frau mehr verdienen?

In Vollzeit zu arbeiten ist die beste Antwort, da dies die Chancen auf berufliche Weiterbildungen, Beförderungen und leitende Positionen erhöht – dies gilt für Frauen wie Männer. Wer gut verdienen will, vergleicht zunächst Berufe und Branchen, um den Ausgangspunkt für eine Karriere zu wählen. Manche Jobs werden besser bezahlt – auch deshalb, weil sie höhere Qualifikationen erfordern. Manche Sektoren und Branchen bieten eine bessere Bezahlung.

Was können Angehörige und Kollegen tun, um Lohnunterschiede zu bekämpfen?

Wenn in einer Familie Mann und Frau vereinbaren, dass beide arbeiten gehen und nach individueller finanzieller Unabhängigkeit streben, müssen Bedingungen geschaffen werden, die jedem den gleichen Anteil an familiären Verpflichtungen und Erziehungsarbeit zugestehen. Und da die meisten erwerbstätigen Männer und Frauen Familien haben, stehen die Kollegen wahrscheinlich vor demselben Problem.

So sollte es einfacher sein, jeden Karriereschritt zu bewerten und zu prüfen, ob dieser sich im Hinblick auf das Einkommen positiv oder negativ auswirkt.

Dies ist möglicherweise schwierig, da jeder mit seinem eigenen Arbeitsumfeld konkurriert, doch es ist notwendig.

Was kann ein Arbeitgeber gegen ungerechtfertigte Lohnunterschiede tun?

Arbeitgeber können zumindest für Lohntransparenz sorgen und sowohl Männern als auch Frauen gleiche Beförderungsmöglichkeiten bieten. Der Arbeitgeber kann außerdem die Vereinbarung von Beruf und Familie, insbesondere bei kleinen Kindern, erleichtern, indem er beispielsweise flexible Arbeitszeiten anbietet. Darüber hinaus können sie auf das Kündigen von schwangeren Arbeitnehmerinnen verzichten und ihnen sichere und gesunde Arbeitsbedingungen bieten. Der Arbeitgeber kann auch die Gehaltseinstufung von Männern und Frauen kontrollieren, um zu versuchen, ungerechtfertigte Lohnunterschiede zu beseitigen, die sich durch automatische geschlechtsspezifische Bevorzugung einschleichen.

Der Arbeitgeber kann Tarifverträgen zustimmen, die ab sofort und für die Zukunft offen für flexible Arbeitszeiten und Karrieremöglichkeiten sind.

Was können Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände gegen ungerechtfertigte Lohnunterschiede tun?

Beide Organisationen können vereinbaren, dass geschlechtsspezifische Lohnunterschiede ein bestimmtes Niveau nicht überschreiten. Beide können sich für einen gesetzlichen Mindestlohn einsetzen, der einfach umzusetzen ist.

Beide Organisationen haben Interesse an Tarifverträgen, die Frauen und Männern ermöglicht, in ihrem Beruf zu wachsen und Karriere zu machen.

Was können politische Organisationen, Parlament und Regierung gegen ungerechtfertigte Lohnunterschiede tun?

Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede können durch kontinuierliche Debatten als dauerhafter Punkt auf die sozioökonomische und politische Tagesordnung gesetzt werden. Politische Organisationen, Parlament und Regierung können aus ihren Rollen, Verantwortlichkeiten und Positionen her Aufmerksamkeit erregen und Unterstützung bieten bei:

  • der Schaffung guter Work-Life-Balances
  • geeigneten Weiterbildungs- und Schulungsangeboten für alle Altersgruppen.

Frauen, ihre Partner, Angehörigen, Kollegen, Freunde und Bekannte, politische Parteien, Parlament und Regierung haben Interesse an gut ausgebildeten Frauen, die ihre Fähigkeiten und Kenntnisse nutzen, ihr eigenes Einkommen haben, Steuern zahlen und dabei wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangen, und so vermeiden, mit dem Älterwerden arm und noch ärmer zu werden.

4. Wie bewirbt man sich auf eine Stelle?

Was sind typische Frauenberufe?

Es gibt keine exakte Abgrenzung zwischen Männer- und Frauenberufen. In der Praxis kann man nur von Berufen sprechen, in der eine Mehrheit an Männern oder Frauen arbeitet. Aus dieser Sicht sind typische Frauenberufe unter anderem Hauswirtschafterin, Hausangestellte, Dienstmädchen, Hausmeisterin, Krankenschwester, Verkäuferin, Kellnerin, Kassiererin, Lehrerin, Sekretärin, Empfangsdame, Verwaltungsangestellte oder Logistikangestellte. Die Löhne sind bei diesen Berufen relativ niedrig und die Positionen bieten wenig Aufstiegsmöglichkeiten. Im Gegensatz hierzu gibt es eine Handvoll Berufe und Positionen, in denen hochgebildete Frauen Erfolg haben und gut bezahlt werden: Anwältin und Richterin, PR und Marketing, Kommunikation und Medienberufe.

Machen Sie den Gehaltscheck auf dieser Webseite, um eine Reihe von Berufen und Gehaltsangaben zu vergleichen.

Was sind typische Frauenbranchen?

Genau wie bei Berufen ist es nicht einfach, Männer- und Frauenbranchen genau zu definieren. Jedoch dominieren Frauen zahlenmäßig in den Branchen Reinigung, Gesundheitswesen und Pflege, Hotels und Catering, Einzelhandel, primärer Bildungsbereich sowie in allen Sektoren und Branchen im Kundenservice, in Sekretärinnenjobs und in administrativen Funktionen.

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Gibt es Lohnunterschiede zwischen Männer- und Frauenbranchen?

Da in männlich dominierten Branchen die Zahl der angestellten Männer die der Frauen übertrifft, sind die durchschnittlichen Gehaltsniveaus in Männerbranchen höher als in den weiblich dominierten Branchen und Berufszweigen.

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Ist die Bezahlung bei multinationalen Konzernen besser?

Multinationale Unternehmen sind fast immer Aktiengesellschaften und groß. Da sie groß sind, ist die Bezahlung besser. Die andere Seite der Medaille ist, dass sie von ihren Angestellten oft längere Arbeitszeiten verlangen; dies sind unbezahlte Überstunden. Ein Teil des angebotenen Gehalts sind jährliche Gewinnanteile und/oder Bonuszahlungen, die in Unternehmensaktien ausgezahlt werden können.

Gibt es Lohnunterschiede zwischen öffentlichem und privatem Sektor?

Allgemein sind Lohnunterschiede im öffentlichen Sektor tendenziell geringer als im privaten Sektor. Die am wenigsten qualifizierten Berufe im öffentlichen Sektor werden gegenüber dem privaten Sektor normalerweise etwas besser und die besten Jobs etwas schlechter bezahlt.

Eignen sich Frauenbranchen besser für erwerbstätige Eltern?

Von Frauen dominierte Sektoren bieten in der Regel mehr (langfristige) Teilzeitstellen oder kleinere Jobs. Zusätzlich bieten sie häufig (mehr) flexible Arbeitszeiten.

Warum sollte man eine Festanstellung bevorzugen?

Eine Festanstellung ist normalerweise besser bezahlt als eine befristete oder flexible Anstellung. Natürlich ist die Wahl oft nicht gegeben, aber eine dauerhafte Beschäftigung ist am sichersten mit einer Festanstellung.

Welche Mindestanforderungen gelten für einen ordnungsgemäßen Arbeitsvertrag?

Ein Arbeitsvertrag enthält immer die Namen und Anschriften der beiden Vertragsparteien, das Datum des Vertragsschlusses, Laufzeitbeginn und -Ende des Vertrags (d.h. der Zeitraum), Lohn oder Gehalt, Arbeitszeit, Art der Arbeit, Probezeit und Kündigungsfristen. Arbeitsverträge müssen unterschrieben sein, um rechtswirksam zu sein.

Wie bewertet man sekundäre Arbeitsbedingungen?

Neben dem (Brutto-)Gehalt und der Arbeitszeit werden in einem Arbeitsvertrag normalerweise die sekundären Arbeitsbedingungen aufgezählt. Diese werden oft nicht in Form von Geld ausgezahlt, doch sie sind bares Geld wert. Dazu gehören beispielsweise die Erstattung arbeitsbezogener Aufwendungen, ein (Leasing-)Wagen oder kostenloses Handy, berufliche Weiterbildung, zusätzlicher Urlaub über das gesetzliche Minimum hinaus, flexible Arbeitszeiten, die Option, von zuhause aus zu arbeiten, etc.

Was sollte ein Lebenslauf enthalten?

  • Ihren Namen und Ihre Anschrift
  • Die letzte Aktualisierung Ihres Lebenslaufes
  • Ihre Bildung und Ausbildung, nicht nur berufsbezogen
  • Soziale Aktivitäten als Nachweis für Ihre Motivation, einschließlich ehrenamtlicher Arbeit und Praktika
  • Sprachkenntnisse, aktiv und passiv (lesen und verstehen)
  • Computerkenntnisse
  • Kenntnisse im Umgang mit sozialen Medien

Für weitere Informationen zum Lebenslauf siehe Monster.com

Was macht ein gutes Bewerbungsschreiben aus?

Ein Bewerbungsschreiben begleitet ihren Lebenslauf. Es sollte kurz und prägnant sein. Es verweist auf den genauen Bewerbungsgrund, z.B. eine Anzeige, Mund-zu-Mund-Propaganda, etc. Es spiegelt Ihre persönliche Motivation wider und lässt deutlich erkennen, dass Sie die wesentlichen Anforderungen dieser Stelle oder Funktion verstehen. Der Adressat muss deutlich erkennen, dass Sie sich in seine Lage versetzt haben und seine Bedürfnisse und/oder Anforderungen verstehen. Das Bewerbungsschreiben sollte den üblichen Standards/Formaten entsprechen, mit Datum und Unterschrift versehen sein, auch wenn es sich um eine E-Mail handelt (was heutzutage ziemlich üblich ist).

Für weitere Informationen zum Bewerbungsschreiben siehe Monster.com

Spielt die äußere Erscheinung eine Rolle?

Ein gepflegtes, sauberes und repräsentatives Erscheinungsbild spielt sicherlich eine wichtige Rolle und empfiehlt sich, insbesondere bei einem Bewerbungsgespräch.

Seien Sie nicht schüchtern. Beraten Sie sich vorher mit Freunden und Angehörigen, um zu sehen, ob Sie auf das Gespräch vorbereitet sind.

Warum sollte man über sein Gehalt verhandeln?

Es steht jedem frei, zu verhandeln. Sein Gehalt auszuhandeln ist das Beste, was man machen kann. Bereiten Sie sich gut darauf vor. Reden Sie mit Freunden und Angehörigen, Kollegen, recherchieren Sie im Internet. Vergleichen Sie Gehälter auf dieser Webseite. Versuchen Sie, einen Tarifvertrag zu finden und zu lesen, falls ein solcher existiert. Erstellen Sie eine Wunschlist: Was ist Ihnen am wichtigsten, was ist von sekundärer Wichtigkeit? Verhandeln ist ein Geben und Nehmen (Sie wollen nicht samstags arbeiten, es sei denn, Sie erhalten ein höheres Gehalt). Üben Sie die Situation, bevor Sie sich in die tatsächliche Verhandlung begeben.

Denken Sie daran, dass das Ergebnis zählt. Ein nettes, freundliches Gespräch, jedoch mit offenem Ende und ohne etwas Handfestes auf Papier hat nichts zu sagen.

Die Vorstellung, dass Frauen nicht verhandeln sollten, ist absolut veraltet. In vielen Ländern besetzen Frauen in vielen großen Unternehmen bereits Top-Positionen. Sie können darauf wetten, dass sie auf Ihrem Weg nach oben gelernt haben, zu verhandeln.

Leistungsüberprüfung und Lohnunterschiede

In größeren, komplexeren Unternehmen sind jährliche Leistungsüberprüfungen üblich. Diese Gespräche sollten ernst genommen werden, denn Ihr Gehalt und zukünftige Karriereperspektiven hängen von diesen ab. Überprüfen Sie vorab den Tarifvertrag und/oder interne Regelungen. Diese Zeitpunkte eignen sich ideal, um seine Position und Chancen zu verbessern. Das bedeutet: Seien Sie gewappnet, erstellen Sie eine Wunschliste: mehr Gehalt, mehr Urlaub, mehr Weiterbildung?

Denken Sie daran, dass jeder kleine Schritt vorwärts in diesen Gesprächen eine Sprosse auf der Karriereleiter ist und sich auf Ihr Gehalt für die nächsten Jahre auswirkt.

Warum sollte man bei einem kleinen Job über das Gehalt verhandeln?

Ein kleiner Job ist nicht zwingend unbedeutend, weil er klein ist. Wenn Sie sich für Gehaltsverhandlungen vorbereiten, finden Sie heraus, ob es Möglichkeiten gibt, den Job zu vergrößern. Nutzen Sie ihn als Sprungbrett, prüfen Sie, ob es Möglichkeiten der Weiterbildung, Teilnahme an einer betrieblichen Altersversorgung, gelegentliche bezahlte Überstunden, Erstattung arbeitsbezogener Ausgaben, Betreuungsangebote für Kinder und ähnliches gibt.

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